Mitte September möchte ich euch auf ein Stück der March entführen, dass vor allem wegen des Naturreservates Marchegg und der auf slowakischer Seite liegenden Überschwemmungswiesen interessant ist. Damit kann ich euch auf dieser Tour mit genau den wesentlichen Qualitäten der March-Thaya-Auen in Berührung bringen, denn Auenwildnis und weitläufige Feuchtwiesen gibt es kaum mehr irgendwo bei uns in dieser Fülle.

Wir starten von Angern, oberhalb der Grenzfähre. Auf den ersten Kilometern können wir uns an das Kanufahren gewöhnen, ab Zwerndorf beginnt dann das Naturreservat, das uns - wenn wir nicht allzu laut sind - einige Vogelsichtungen bescheren sollte. Die Störche sind schon am Weg in den Süden, jedoch z.B. Seeadler könnten sich zeigen. Der eine oder andere Landausflug wird uns nähere Einblicke in die Gegend geben, und es wird immer wieder Pausen geben, wo ich euch über den Fluss, die Au, ihre Bewohner und allerhand interessante Naturschutzprojekte erzählen werde, und wo ihr auch die selbst mitgebrachte Jause essen könnt.

Im Norden von Niederösterreich verlässt die Thaya nach dem Nationalpark Thayatal die Staatsgrenze in Richtung Tschechien, um nach Znojmo durch ein wunderschön naturbelassenes Flussbett zu fließen. Es ist schmäler und dynamischer als jenes der Thaya-Grenzstrecke im Osten zwischen Bernhardsthal und Hohenau. Anders als in den dortigen March-Thaya-Auen fehlt  hier der ausgedehnte Auwald, und auch viele seiner Bewohner. Dennoch handelt es sich für mitteleuropäische Verhältnisse um ein Juwel an bootstauglichen Flüssen. Und gerade im Sommer lädt der Fluss auch wunderbar zum Schwimmen ein.
Zu Sommerbeginn möchte ich gerne den Marchunterlauf bis zur Donau befahren, wo der WWF ein paar schöne Veränderungen in Richtung Renaturierung vorgenommen hat. Einst verlandete Altarme wurden und werden an die March angeschlossen und der Stempfelbach hat eine neue Mündung erhalten.
 
Ausgehend von Marchegg fahren wir die March stromabwärts. Der erste Teil der Strecke ist gut zum Gewöhnen an das Kanufahren. Je nach Interesse der Teilnehmer können wir auf slowakischer Seite einen kleinen Landausflug am Marchufer von Devinska Nova Ves machen, wo neben direkten Eindrücken des Auwaldes auch ein Blick auf den ehemaligen "Eisernen Vorhang" möglich ist. Ein Stück weiter stromabwärts ist auf österreichischer Seite die Mündung des Stempfelbaches vor allem für Naturliebhaber interessant, wo sich seltene Muschelarten, Lurche und vieles mehr mit ein bisschen Glück beobachten lassen. Das Drehbuch für unsere Tour schreibt die Natur, denn vom Wasserstand sind viele Möglichkeiten der Erkundung abhängig.

Im Norden von Niederösterreich verlässt die Thaya nach dem Nationalpark Thayatal die Staatsgrenze in Richtung Tschechien. Nach dem Staudamm in Znojmo durchfließt sie zunächst die Vororte und Ausläufer von Znojmo, eine schöne Kulturlandschaft aus Gartenhäuschen und kleinen Gehöften, die dann langsam in eine immer mehr von der Natur bestimmte Landschaft übergehen, bis wir in der zweiten Hälfte eine wunderschöne Aulandschaft durchfahren, die teilweise auch an Granitwänden und Naturschutzgebieten vorbei verläuft.